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Marsberg. Der demographische Wandel ist in aller Munde. Auch an der Freiwilligen Feuerwehr geht er nicht vorbei. In der
vergangenen Woche fand der Kreisfeuerwehrverbandstag im Carolus-Magnus-Gymnasium statt und auch dort stand das Thema
wieder auf der Tagesordnung: Wie kann man neue Bevölkerungsgruppen für die Feuerwehr gewinnen und damit möglichen
Personalproblemen begegnen? Mit 4161 aktiven Feuerwehrleuten und 1323 Jugendfeuerwehrleuten im Kreis sieht es bei 272.000 Einwohnern heute noch recht gut aus, aber das wird sich ändern, wenn die starken Jahrgänge die Altersgrenze von 60 Jahren erreichen. Schon vor einiger Zeit wurden deshalb speziell Frauen, die in der Feuerwehr noch immer sehr wenig vertreten sind, angesprochen. Nun soll eine weitere Gruppe für die Freiwillige Feuerwehr gewonnen werden. Von den 82 Millionen Einwohnern Deutschlands haben 15,5 Millionen einen Migrationshintergrund, davon sind rund vier Millionen Muslime. Viele von ihnen wissen so gut wie nichts über die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr. Wenn es brennt, ruft manche muslimische Frau ihren Mann oder den Sohn an, weil sie gar nicht weiß, dass es die Notrufnummer 112 gibt. Hier gilt es anzusetzen. Nach dem Jahresbericht und dem Kassenbericht stand daher auf der Tagesordnung des Verbandstages der Vortrag von Dr. Ahmet Arslan. Er gehört dem Arbeitskreis „Feuerwehr und Migranten“ an, der im Juli 2009 auf Initiative des Bezirksbrandmeisters Hartmut Zierbs gegründet wurde und berichtete über die Ergebnisse der ersten Treffen. Elf Mitglieder aus den Kreisfeuerwehrbänden Siegen, Ennepe-Ruhr und Hochsauerland haben sich zusammengefunden, um zu beraten, wie man insbesondere die Muslime am besten für die Feuerwehr begeistern kann. Mehrere Treffen haben schon stattgefunden und es wurden Schwerpunkte festgelegt für die Vorgehensweise. So könnten zum Beispiel dort Notfallübungen durchgeführt werden, wo sich Muslime versammeln: in Moscheen, Sportvereinen, Schulen, Teestuben, Beratungsstellen und in den so genannten „Ghettos“, wo viele Muslime wohnen. Der Kontakt sollte über Imame, Vereinsvorsitzende, Lehrer oder Politiker aufgenommen werden. Ein gutes und erfolgreiches Beispiel war der Besuch des Infomobils der Freiwilligen Feuerwehr beim Fest der Mescheder Moscheegemeinde mit Brandschutzerziehung für die Kinder. Weitere Aktionen sollen folgen.
Text/Foto: Mander
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