| 06.09.2010 | Informationen aus erster Hand: Namensgeber der Riester-Rente besuchte Marsberg |
![]() Walter Riester (Mitte) trägt sich ins Gästebuch der Volksbank ein, bei ihm Dirk Lüddecke (rechts) und Hans-Jochen Zöllner (links) Bürgermeister Hubertus Klenner, Andreas Meyer, Mario Willeke, Walter Riester, Stefan Meyer, von Union Investment und Dirk Lüddecke (von links) |
Marsberg. „Wenn ich es heute noch einmal machen müsste, ich würde das gleiche Modell wieder entwickeln“. Das sagt einer,
dessen Name so gut wie jedem in Deutschland ein Begriff ist. Walter Riester ist der Erfinder und Namensgeber der Riester-Rente.
In der vergangenen Woche war er Gast des 12. Wirtschaftsforums der Volksbank Marsberg im Theatersaal des
Carolus-Magnus-Gymnasiums. Und obwohl die Zeit als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung von 1998 bis 2002 nun schon einige Zeit zurückliegt, tritt er voller Überzeugung für „sein Produkt“ ein. Tagsüber erhielten die Kundenberater der Volksbank Marsberg von Walter Riester persönlich eine Schulung zur Riester-Rente. Abends stellte er sich dann den interessierten Besuchern im Theatersaal. An der Podiumsdiskussion nahmen außer ihm auch der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Marsberg, Dirk Lüddecke, Stefan Meyer, Privatkundenberater bei der Volksbank, als Unternehmensvertreter Andreas Meyer von der WEPA, er leitet fünf Werke in Deutschland und eines in Polen, sowie Mario Willeke, Schülersprecher des Carolus-Magnus-Gymnasiums teil. Die Moderation lag in den Händen von Paul Senske, Chefredakteur von Radio Sauerland. Zunächst erhielt Walter Riester die Möglichkeit, einleitende Informationen zum Sparmodell mit seinem Namen zu geben. Er betonte, wie wichtig es heute sei, eine private Altervorsorge zu haben. Vor allem liege das daran, dass ganz andere Arbeitsmodelle vorherrschten. Es gibt viele 400-Euro-Jobber, die gar keine Rentenversicherungsbeiträge leisteten und viel mehr Teilzeitbeschäftigte, die verhältnismäßig wenig einzahlten. Besonders wichtig ist Walter Riester, dass junge Leute verstehen, dass sie schon früh mit dem Sparen anfangen sollten. Um später die gleichen Beträge zu erhalten, müsse ein junger Mensch weitaus geringere regelmäßige Beträge einzahlen, als jemand, der sich beispielsweise erst mit 50 dazu entschließe. Wer vor dem 25. Lebensjahr einen Vertrag abschließe werde deshalb auch mit einer einmaligen Prämie von 200 Euro belohnt. Grundsätzlich sei jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigte förderungsberechtigt. Eine drückende Last sei so ein Vertrag nie, denn der Anbieter darf nicht aussteigen, auch wenn in einen bestehenden Vertrag einige Zeit keine Beträge eingezahlt würden. Eine ganz wichtige Information gab Walter Riester für die 1,3 Millionen so genannten „Aufstocker“ in Deutschland. Das sind sozialversicherungspflichtig Beschäftige deren Einkommen, weil es nicht ausreicht, vom Staat aufgestockt wird. Diese Aufstockung kann um die Einzahlung in Riester-Verträge erhöht werden. Es wird also weiter eingezahlt und die Zulagen bleiben erhalten, ohne dass den Geringverdienern etwas fehlt. Das einzige große Manko des Modells sieht Walter Riester darin, dass Selbständige die Förderung nicht bekommen können. Es stehe immerhin bei dieser Regierung im Koalitionsvertrag, dass daran gefeilt werden müsse. Doch auch für den jetzigen Zeitpunkt hat er einen Trick auf Lager. So könnte zum Beispiel die Ehefrau einen 400-Euro-Job annehmen, bei dem sie in die Rentenversicherung einzahlt. Damit kann sie für sich und ihren Mann die Förderung bekommen. Schon vor der Veranstaltung hatte die Volksbank Projekte mit der Realschule, dem Gymnasium und den eigenen Auszubildenden gestartet, bei denen die Schüler Preise gewinnen konnten. Die Projektarbeiten zur Riester-Rente erläuterten sie vor der Podiumsdiskussion Walter Riester und Dirk Lüddecke. Die beiden zeigten sich beeindruckt von den Ergebnissen. Die Realschüler und auch die Auszubildenden hatten ihre Ergebnisse auf Stellwänden ausgestellt, die Gymnasiasten hatten ein Video gedreht. Die eigenen Auszubildenden liefen außer Konkurrenz, sie dürfen gemeinsam essen gehen. Die Realschüler erhielten einen Scheck über 150 Euro als ersten Preis, die Gymnasiasten erhielten 100 Euro. Zum Abschluss des Tages stellte Walter Riester fest, dass es ihm in Marsberg wirklich gut gefallen habe:„ Es war ein sehr schöner Tag und so gut wie in Zeitlers Restaurant habe ich schon lange nicht mehr gegessen.“ Vielleicht kommt er ja noch mal wieder in die schöne Stadt an der Diemel. Text/Fotos: Mander |