11.02.2010 Harfe und Panflöte bei Kerzenlicht


Marsberg. Es war ein ganz besonderes Konzert, das zweite Kerzenkonzert des Kulturrings Marsberg. Schon die Einleitung von Doris Witte vom Kulturring ließ es erahnen. Sie forderte die Zuhörer zu Beginn ausdrücklich auf, sich nun ganz auf die Musik einzustellen und sich darauf einzulassen, einmal richtig abzuschalten. Und das konnte man auch. Matthias Schlubeck an verschiedenen Panflöten und Isabel Meretón an der Harfe verzauberten die Zuhörer im Licht der vielen Kerzen in der Kirche der Westfälischen Landesklinik regelrecht. Nebenher erklärten sie ihre doch eher ungewöhnlichen Instrumente. Mithilfe einer Flasche erklärte Matthias Schubeck die Funktion der Röhren der Panflöte. Auf einer einzigen Röhre, ersetzt durch die Flasche, kann er ein ganzes Lied spielen. Welche Töne aus ihr herauskommen, hängt von der Länge, aber auch von der Position der Lippen ab. Er spielt auf rumänischen Panflöten bis hin zur wirklich großen Kontrabasspanflöte. Die Töne der Konzertharfe entsprechen den weißen Tasten des Klaviers und werden mit Pedalen erhöht, so Isabel Moretón. Die Pedale wirken wie die Finger auf den Saiten einer Geige. Mit vier Fingern ohne den kleinen Finger, oder besser den Fingerkuppen, werden die Saiten aus Stahl, Darm und Nylon gespielt. Die Stücke, die die beiden spielten, waren meditativ aber auch lebhaft. Dabei waren ältere Stücke, die aber ursprünglich für andere Instrumente geschrieben waren, denn „die Panflöte nahm man damals nicht als ernsthaftes Instrument wahr“, so Schlubeck. Die Kombination der beiden Instrumente mit dem Kerzenlicht brachte eine ganz besondere Atmosphäre der Ruhe in die Kirche. So wie es Doris Witte am Anfang formulierte, wird es sein: Wer sich auf die Musik eingelassen hat, wird noch eine Weile davon zehren. Text/Foto: Mander