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Marsberg. Auch unter den Greifvögeln scheint es sich schon herumgesprochen zu haben, dass die Ausgewöhnungsstation für
Greifvögel und Eulen bei Wilfried und Mathilde Limpinsel in Essentho zurzeit überfüllt ist. So lässt es sich vielleicht
erklären, dass kürzlich ein Rothabicht, das ist ein Habicht im ersten Lebensjahr, im Vorraum des St.-Marien-Hospitals
Zuflucht suchte. Gelandet ist er letztendlich doch in Essentho und passiert ist ihm nichts. Er wird noch ein paar Tage beobachtet und darf dann zurück in die Freiheit. Vorher erhält er einen Ring der Vogelwarte Helgoland, wie jeder Vogel, der dort, erfolgreich gepflegt, wieder ausgewildert wird. Das dient Wissenschaftszwecken. Wilfried Limpinsel findet das sehr gut, denn so hat er die Möglichkeit zu erfahren, wo „seine“ Vögel wieder gesehen wurden.
In diesem Jahr gibt es besonders viele Mäuse und bei Greifvögeln und Eulen richtet sich die Anzahl der Nachkommen nach dem Nahrungsangebot. Aufgrund der zurückliegenden harten Winter war die Zahl dieser Vögel zurückgegangen. Beim derzeitigen großen Nahrungsangebot sorgen sie dafür, dass das wieder ausgeglichen wird. Normalerweise legen sie etwa vier Eier, in diesem Jahr sind es bis zu sieben. Sind die Kleinen dann geschlüpft, kann es im Nest ganz schön eng werden. Wenn dann Mama oder Papa mit einer Maus angeflogen kommen und die Jungtiere recken sich gierig danach, fällt öfter einer aus dem Nest, als es sonst der Fall ist. Sie können noch nicht fliegen und wären ohne die Hilfe des Essenthoer Ehepaars dem Fuchs, dem Marder oder der Katze ausgeliefert.
Über 90 Vögel werden zurzeit in der Ausgewöhnungsstation betreut: Waldkauz, Waldohreule, Mäusebussard, Turmfalke, Baumfalke, Rotmilan, Steinkauz, Habicht, alles ist dabei.
Auch ein Grund für die Überfüllung ist, dass die Ausgewöhnungsstation immer bekannter wird. Die Patienten kommen aus Schmallenberg, Höxter, Paderborn, Korbach und Soest nach Essentho.
Gerne würden Wilfried und Mathilde Limpinsel noch mehr Vögel aufnehmen, es macht ihnen richtig viel Spaß. Besonders froh sind sie darüber, dass in diesem Jahr bisher nur zwei Tiere eingeschläfert werden mussten, 99 Prozent konnten in die Freiheit entlassen werden. Doch die beiden haben jetzt schon einen 16-Stunden-Tag und anbauen müssten sie auch. Für 200 Tiere gibt es Landeszuschüsse, dieses Jahr werden es wohl eher 300, da ist die Finanzlage angespannt und Spenden immer willkommen. Text: Mander
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