| 14.07.2010 | Informationen der Stadt Marsberg zum beschlossenen Schulkonzept |
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Marsberg. Der demographische Wandel fordert auch im Stadtgebiet Marsberg seinen Tribut und so ist es unabdingbar, sich
der aktuellen Problematik zu stellen. Alle Schulträger haben gemäß dem Schulgesetz NRW die Verpflichtung schulorganisatorische
Maßnahmen zu ergreifen und ihre Schullandschaften vor dem Hintergrund der sinkenden Schülerzahlen entsprechend anzupassen. Eine gute Schulbildung und angemessene Lehrerversorgung für die Schüler haben bei allen Planungen und Überlegungen oberste Priorität und stehen vor dem Standortsicherungsgedanken. Die Gesamtschülerzahlen in der Stadt Marsberg werden in der Zeit von 1997 bis 2017 von 3.127 bis auf 2.000 sinken. Im gleichen Zeitraum werden sich die Grundschülerzahlen um ca. 47 Prozent verringern. Die Einschulungszahlen in die 1. Klassen nehmen in der Zeit von 2011 bis 2015 um 37 Prozent ab. Zum Schuljahr 2011/12 werden 227 Kinder eingeschult, im Jahr 2015 nur noch 143 Kinder. Auch das Jahr 2010 zeigt bereits, dass die Geburtenzahlen im Stadtgebiet Marsberg weiter abnehmen. Vom 1. Januar bis zum 30. Juni wurden nur 61 Kinder geboren. Schulorganisatorische Maßnahmen sind deshalb sowohl im Hauptschul-, Förderschul- sowie im Grundschulbereich auch im Stadtgebiet Marsberg unvermeidlich. So wird aufgrund zu geringer Anmeldezahlen, beim Übergang von der Grundschule in die Hauptschule, die Franziskus-Hauptschule Westheim zum 1. August aufgelöst. Alle Hauptschüler der Franziskus-Hauptschule Westheim werden ab dem Schuljahr 2010/11 in der Gemeinschaftshauptschule Marsberg unterrichtet. Den 72 Anmeldungen an der Katholischen Grundschule Marsberg (Bekenntnisgrundschule) stehen nur neun Anmeldungen an der Gemeinschaftsgrundschule „Diemeltal“ Marsberg für das Schuljahr 2010/11 für die Klasse 1 gegenüber. Aufgrund der nur neun Anmeldungen an der GGS „Diemeltal“ für das Schuljahr 2010/11 ist eine rechtskonforme Klassenbildung nicht möglich. Der Klassenfrequenzmindestwert (18 Schüler/innen) wird nicht erreicht. Eine 1. Klasse kommt somit an der GGS „Diemeltal“ Marsberg nicht zu Stande. Der Schulträger steht in der Verantwortung dem größeren Elternwillen Rechnung zu tragen. Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen ist es möglich, die Kinder in nur noch einem Gebäude zu unterrichten. Aus Sicht der Stadt Marsberg ist es sinnvoll und erforderlich die Ressourcen zu bündeln. So braucht nur noch ein Grundschulstandort in der Kernstadt ausgestattet zu werden, um eine optimale Schulbildung im Primarbereich zu erreichen. Eine Schule, sowohl Gemeinschaftsgrundschule wie auch Bekenntnisgrundschule, lebt vom Personal. Die agierenden Lehrkräfte sind verantwortlich für das jeweilige Schulprofil. Das Personal der GGS „Diemeltal“ Marsberg kann zum 1. August geschlossen in die Katholische Grundschule Marsberg übergehen. Eine Wahlmöglichkeit zwischen Bekenntnisgrundschule und Gemeinschaftsgrundschule besteht aber für die Eltern im Stadtgebiet Marsberg nach wie vor. Die Kapazitäten der bestehenden Gemeinschaftsgrundschulen - GGS Egge-Diemel (zukünftig im Hauptschulgebäude Westheim) sowie GGS Giershagen mit Teilstandort Beringhausen - sind längst nicht erschöpft. Im Rahmen des Gesamtkonzeptes ist es gelungen, dass auch die Förderschule für Lernbehinderte (Kerschensteiner-Schule) in der Marsberger Kernstadt verbleiben kann. Aufgrund der Gebäudegröße zieht die Förderschule vom Burghof in das Gebäude der GGS „Diemeltal“ Marsberg, Trift 2. Seitens der Stadt Marsberg wurde in zahlreichen Sitzungen und intensiven Beratungen mit den Schulleitungen, Eltern, Ortsbeiräten, Fraktionen, den Vertretern der Kirchen, dem Schulamt des Hochsauerlandkreises (Untere Schulaufsicht) und der Bezirksregierung Arnsberg (Obere Schulaufsicht) ein umfassendes zukunftsweisendes Schulkonzept erarbeitet und somit realistisch Schulentwicklungsplanung betrieben. Um den Kindern, Eltern und Lehrkräften langfristig Planungssicherheit zu geben, hat der Rat der Stadt Marsberg mit fraktionsübergreifender Zustimmung dieses Gesamtkonzept beschlossen. Die Ratsbeschlüsse zur Gestaltung der Haupt-, Förder- und Grundschullandschaft in der Stadt Marsberg sind durch die Bezirksregierung Arnsberg genehmigt worden. Die Stadt Marsberg hat nun die Verpflichtung, diese Ratsbeschlüsse zügig umzusetzen, damit zum neuen Schuljahr die Umbaumaßnahmen in den Schulgebäuden abgeschlossen sind und der Schulbetrieb ordnungsgemäß beginnen kann. |