30.04.2010 Erster Spatenstich für den nächsten Bauabschnitt der Bauarbeiten im Bahnhofsumfeld


Erster Spatenstich für große Veränderungen Marsberg. Sie wird nicht nur die Erreichbarkeit der Innenstadt entscheidend verändern, auch der Ortseingang von Marsberg aus Richtung Westheim wird ganz anders aussehen. Die Rede ist von der so genannten „Ostanbindung“. Bei bestem Wetter fand jetzt der erste Spatenstich für diesen nächsten Bauabschnitt im Bahnhofsumfeld statt. Schon seit einiger Zeit ist die Bahnstraße entlang der Eisenbahnstrecke fertig, die Einmündung der Paulinenstraße ist verändert und die Ritzenhoff-Industriebrache saniert. Nun kommt der Teil des großen Bauprojekts, der für wirklich entscheidende Veränderungen in Marsberg sorgen wird: Das ganze wird an die B7 angeschlossen. Zuerst wird die zurzeit nur einspurig von PKW durchfahrbare Brücke durch eine ersetzt, in der Begegnungsverkehr von zwei LKW möglich sein wird. Diese Brücke wird zunächst neben der Bahnstrecke gebaut, um dann nach ihrer Fertigstelltung innerhalb von wenigen Tagen an ihren Bestimmungsort verfrachtet zu werden. Auf diese Weise muss die Bahnstrecke nur für kurze Zeit gesperrt werden. Die Arbeiten sollen im Spätherbst 2010 abgeschlossen sein. Parallel zur Eisenbahnbrücke wird die neue Brücke über den RWE-Obergraben errichtet. Der Obergraben selbst wird auf einer Länge von rund 130 Metern Richtung B7 verlegt. Diese Grabenverlegung ist notwendig, damit das Gefälle der späteren Straße zwischen B7 und Bahnunterführung nicht zu stark wird. Im kommenden Jahr wird dann eine Grundwasserwanne für die neue Paulinenstraße errichtet. Dieses 90 Meter lange Trogbauwerk ist notwendig, weil die neue Straße rund zwei Meter tiefer liegen wird als die alte und sich damit im Grundwasserbereich befindet. Um das Wasser sicher ableiten zu können, entsteht daneben noch ein Pumpwerk. Anschließend wird die Paulinenstraße von der Einmündung „In der Schelle“ bis zur B7 ausgebaut. Der Christopherusweg ist zukünftig eine Sackgasse mit Wendeplatz am südlichen Ende. Auch an der B7 wird gearbeitet, es entsteht unter anderem eine Linksabbiegespur. Ende 2011 soll alles fertig sein. Insgesamt müssen Mittel in Höhe von rund 4,3 Millionen Euro aufgewendet werden. 1,6 Millionen kostet die Eisenbahnbrücke, rund 900.000 Euro das Trogbauwerk und Pumpwerk, 500.000 der Straßenbau, 400.000 die Obergraben-Brücke, 100.000 Euro fallen für Altlasten an. Eine große Summe in Anbetracht der finanziellen Lage der Stadt. Im Hinblick auf eine mögliche Sperrung der Diemelbrücke zur Sanierung aber auch auf die Vermarktung der Flächen, die im Bahnhofsumfeld in den vergangenen Jahren entstanden sind, ist diese Anbindung aber dringend notwendig. Der zweite Vorsitzende des Gewerbevereins Marsberg, Kay Hofheinz, stellte anlässlich des Spatenstichs auch einmal klar heraus, wie wichtig diese neue Anbindung für die Gewerbetreibenden der Innenstadt ist: „Was Jahrzehnte lang im Gespräch war, wird nun endlich umgesetzt. Mit der Ostanbindung wird eine bessere Erreichbarkeit des Einzelhandels und ein besserer Verkehrsfluss im gesamten Innenstadtgebiet erreicht. Die Fahrt in die Innenstadt wird, zumindest aus Richtung Westheim, unkomplizierter. Neben dem Nadelöhr mit Diemelbrücke und Bahnübergang entsteht endlich eine zweite Zufahrtsmöglichkeit zum Einzelhandel in der Innenstadt von der B7 aus.“ Auch Rainer Kalscheuer, Leiter der Region NRW Süd bei der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, ist überzeugt, dass die neue Anbindung große Vorteile für Marsberg insgesamt bringen wird: “Die Ostanbindung aber auch die Bahnparallele werden einen erheblichen Stadtentwicklungsimpuls geben. Es werden nicht nur neue Flächen erschlossen, der Ortseingang aus Richtung Westheim wird komplett neu definiert und die Trasse an sich wird den Verkehr in die und aus der Innenstadt erheblich entlasten.“ Nicht zu vergessen: Auch Rettungsdienst und Feuerwehr werden nicht mehr zur vollen Stunde vor den Schranken stehen müssen und können so wertvolle Minuten auf dem Weg zum Einsatzort gewinnen. Text/Fotos: Mander