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Aktuelles aus Marsberg

„Bücherwald“ der Schule am Burghof ist geöffnet

Marsberg. Die Schule am Burghof öffnete zwei Wochen vor den Sommerferien für alle Klassen die Türen für ihre neu gestaltete Schülerbücherei.

Dass die Eröffnung vor den Ferien stattfindet, war allen Beteiligten sehr wichtig, weil einige Kinder aus dem vierten Schuljahr maßgeblich an der Umsetzung des Projektes beteiligt waren. Als Bücherei-AG hatten sie zusammen mit einer Arbeitsgruppe der Lehrer Ideen entwickelt, Bücher geschleppt, Regale gerückt, Flyer gemalt, Schraubenzieher geschwungen, Bücher gestempelt und einsortiert und vieles, vieles mehr. Diese Kinder sollten, bevor sie die Schule verlassen, auch einmal Bücher ausleihen können, das war allen Beteiligten wichtig. Schon vor zwei Jahren stellte die bestehende Arbeitsgruppe Bücherei fest, dass es so nicht weitergehen kann. Grund war eine massive Unzufriedenheit mit den Räumlichkeiten, mit dem Bücherangebot, mit dem Ausleihkonzept aber auch mit der Tatsache, dass man hinter der Rückgabe der Bücher herlaufen musste. Auch die Kinder waren unzufrieden mit der Bücherei. Nur noch wirklich hartgesottene Leser begaben sich in den „Bücherabstellraum“, um aus dem kleinen, total überalteten Angebot Bücher auszuleihen. Eine schriftliche Umfrage in den Klassen bestätigte das Dilemma. In einer Bücherei-Gruppe beschäftigten sich Kinder aus den damals dritten und vierten Schuljahren und eine Arbeitsgruppe Lehrer gemeinsam mit dem Problem. Nach unzähligen Überlegungen über andere Räumlichkeiten, Themen der Bücherei und ein verändertes Ausleihsystem gestaltete man schließlich im vergangenen Schuljahr den bestehenden Büchereiraum um, schaffte neue Bücher an, nutzte noch die bestehenden Möbel und entwickelte ein neues System, nachdem über die Klassen Bücher ausgeliehen werden konnten. Schnell stellte man fest, dass diese Veränderungen zwar Früchte trugen, aber nicht radikal genug waren. Zwar wurden wieder mehr Bücher ausgeliehen und gelesen, aber zufrieden waren alle Lehrer und Kinder immer noch nicht. Die ersten Kinder, die mit viel Herzblut die Bücherei umgestaltet und gepflegt hatten, verließen die Schule. Ein neues Schuljahr begann. Die verbliebenen Drittklässler der Bücherei-AG waren nun im vierten Schuljahr. Einige machten weiter, neue Kinder kamen dazu und weiter ging die Planung in diesem Schuljahr. Die Probleme waren schnell erkannt. Der Raum für die Bücherei war viel zu klein, die neue Gestaltung noch nicht wirklich ansprechend, es waren noch nicht genug Bücher da und das Ausleihsystem sorgte dafür, dass Bücher nicht richtig einsortiert wurden oder gar nicht zurück kamen. Die einzige Möglichkeit, die Bücherei zu erweitern, war die nebenan liegende Lehrerbücherei zur Bücherei dazu zu legen und so mehr Platz zu schaffen. Alle Lehrer räumten also ihre Bücherei aus, sortierten, warfen weg, organisierten neue Standorte für wichtige Bücher oder verabschiedeten sich von liebgewordenen Unsinnigkeiten. Vor der Bücherei-AG und der Arbeitsgruppe Bücherei lag also vor Weihnachten ein zweiter Raum, mit leeren Regalen, Löchern in den Wänden und Sachen im Flur, die man immer so schön in der Lehrerbücherei ablegen konnte, wenn man nicht wusste, wohin. Damit war ab sofort Schluss. Es wurden neue Regale angeschafft und mit alten Regalen kombiniert. Auch die Stadt Marsberg beteiligte sich und ließ zwei Wände neu anstreichen und einen neuen Boden legen. Vorher mussten alle Bücher und Möbel aus den Räumen geräumt werden. Zeitweise lagen im Flur und im Beratungsraum Möbel, Bilder und Kisten voll Bücher. Nach einer kurzen Verzögerung mussten Möbel eingeräumt, neue Möbel aufgebaut, Bücher sauber gemacht und in die Räumlichkeiten geschleppt werden. Schon im letzten Schuljahr hatten die Kinder von der damaligen Bücherei-AG ein Motto für die neue Bücherei gefunden, das die Verantwortlichen in diesem Jahr gerne wieder aufgreifen wollten. Mit der neuen Bücherei sollte ein Bücherwald entstehen, mit verschiedenen Themenbereichen wie Märchen, Phantasie, Krimi, Menschen, Tiere, Abenteuer und eine eigene Ecke für die Leseangfänger, die durch ein zu großes Angebot schnell bei ihrer Suche überfordert sind. Auch einen eigenen Bereich für die Sachbücher strebte man an. Nachdem die Regale richtig standen und die Bücher neu gestempelt und entsprechend der Themen gepunktet waren, wurden alle Bücher eingeräumt und man stellte fest, hier ist jede Menge Platz für noch mehr Bücher. Die Bücherei-AG gestaltete Flyer mit der Bitte um Bücherspenden und tatsächlich wurden immer mal wieder Taschen und Kisten mit tollen, oft kaum gelesenen Büchern abgegeben. Nach wie vor würden sich die Beteiligten natürlich über solche Kisten und Taschen immer noch sehr freuen. Wunschbücher der Kinder und Fortsetzungen von Bücherreihen wurden gekauft, gestempelt und eingeräumt und die Räume wurden wie ein Wald gestaltet. Das bestehende Ausleihkonzept wurde auf Grund der Erfahrungen vom letzten Schuljahr erweitert und konnte in den letzten zwei Schulwochen schon einmal Probe laufen. Flexible Sitzgelegenheiten wurden geschaffen, um auch mal mit einer ganzen Klasse in der Bücherei lesen zu können oder ein Leseprojekt zu starten. Außer den Kindern der Bücherei-AG und der Arbeitsgruppe Bücherei, haben sich viele Menschen daran beteiligt, einen Bücherwald zu schaffen, in dem man sich gerne aufhält und der zum Lesen anregt. Viele Dinge mussten angeschafft werden, nicht zuletzt Bücher. Anschaffen hat immer was mit Geld zu tun. Für diese Bücherei hat der Förderverein Geld in die Hand genommen. Wieder einmal hat es sich gezeigt, dass ein guter Förderverein Schulleben mitgestalten kann. Die Mitglieder, das sind Eltern von Schülern, gestalten diesen Verein, bezahlen ihren Mitgliedsbeitrag, kümmern sich um Spenden oder leiten Projekte, um Geld für die Schule, also ihre Kinder, zu organisieren. Einer dieser Spender war die Volksbank, die sich sofort bereit erklärt hat, 500 Euro in das Büchereisparschwein zu werfen. Von diesem Geld wurden ausschließlich neue Bücher für den Bücherwald gekauft. Es mussten Sachen abgebaut, aufgebaut, angebracht, abgerissen und angedübelt werden. Zu allen diesen Arbeiten waren Andreas Klauke, bis vor kurzem der Hausmeister der Schule am Burghof, und Herr Göbel, seit ein paar Wochen der neue Hausmeister der Schule, immer sofort bereit. Jedes Projekt lebt von den Menschen, die einfach und unbürokratisch mitmachen, ohne die Ideen nicht umsetzbar wären, ohne die die Kinder der Schule am Burghof keine neue Bücherei bekommen hätten