Sie befinden sich hier:
 

Aktuelles aus Marsberg

Im Auge des Sturms:

Marsberg (ma). „Ich kann im fünften Jahr in Folge für das St.-Marien-Hospital in Marsberg ein positives Jahresergebnis verkünden. Das ist schon einen Applaus wert“.

Das waren die Worte des Regionalleiters und kaufmännischen Direktors Siegfried Rörig beim Neujahrsempfang des Krankenhauses in der vergangenen Woche. Man erwarte in einem Haus dieser Größe keine Reichtümer. Was aber auch passieren könne, habe man 2019 beim Krankenhaus in Winterberg beobachten können. Trotz Sicherstellungszuschlags musste das Haus Insolvenz anmelden. In Marsberg sehe das ganz anders aus. „Wir sind im Auge des Sturms“, sagte er es bildlich. Rundherum stürmt es, man selbst sei noch sicher. Den Erfolg habe man insbesondere den engagierten Mitarbeitern zu verdanken. Die Dienstgemeinschaft in Marsberg ist außergewöhnlich gut. Für ihn selbst sei auch der Neujahrsempfang in Marsberg einer seiner Lieblingstermine, weil es hier eine Aura der Zusammengehörigkeit und allseits großes Interesse am Haus gebe. 2019 stellte er als geprägt von gesetzlichem Aktionismus dar, immer neue Anforderungen hätten die Krankenhäuser zu erfüllen gehabt und haben dies weiterhin. Doch in Marsberg würden sie gemeistert. Neben engagierten Mitarbeitern, die hierarchieübergreifend zusammenarbeiten, trügen dazu aber auch starke Partner wie die niedergelassenen Ärzte, die LWL-Kliniken und die Vertreter der Stadt bei. Nicht zuletzt sei auch die Zugehörigkeit zur BBT-Gruppe von entscheidender Bedeutung, vor allem die Vernetzung mit dem Brüderkrankenhaus in Paderborn und den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). 2019 ist wieder eine sechsstellige Summe aus Eigenmitteln investiert worden. Die Ambulanz ist zur zentralen Notaufnahme umgebaut worden. Auf diese Weise habe man erfolgreich mit den Krankenkassen verhandeln und eine Vergütungserhöhung erreichen können. Mit Stolz konnte er die Zertifizierung der Altersmedizin, aber auch die Einstellung von zwei neuen Oberärzten verkünden. Statt Outsourcing, wie es andere Unternehmen betrieben, setze man außerdem auf „Insourcing“. Das langjährig tätige Reinigungsunternehmen sei jetzt durch eigene Mitarbeiter ersetzt worden, die auf diese Weise bessere Arbeitsbedingungen hätten. Das Rückmeldemanagement vermelde zudem mehr positive Rückmeldungen der Patienten und Mitarbeiter. Bei all den guten Nachrichten dürfe man aber die Schattenseiten nicht vergessen. Hier sei vor allem der Fachkräftemangel zu nennen. Und „jedes gelöste Problem bekommt augenblicklich Junge“, sagt er. Man werde aber auch diese hochmotiviert angehen, um weiter erfolgreich zu bestehen. Sehr bildhaft stellte auch der stellvertretende Hausobere Heinrich Lake die Situation des St.-Marien-Hospitals dar. Der zitierte Else Pannek: „Steine, selbst wenn sie im Weg liegen, können zu einer Straße werden“. Man könne sich über neue Auflagen und Regelungen ärgern, man könne sie aber auch nutzen. Die früh beschlossenen Ausrichtungen des St. Marien-Hospitals hätten sich als richtig erwiesen. Die oben genannte Notaufnahme sei hier ebenso zu nennen wie die Geriatrie. Auch für die Hygienevorschriften gelte das in Marsberg. Zwar sei es viel Arbeit, sie einzuhalten. Dass das geschehe werde aber durch Zertifikate bestätigt, die wiederum als Qualitätsmerkmale für das Krankenhaus genutzt werden könnten. So würden aus Steinen Wege. Etwas Bedauern äußerte Heinrich Lake darüber, dass Bürgermeister Klaus Hülsenbeck bei der Wahl in diesem Jahr nicht wieder antreten wird. Man habe sehr gut und erfolgreich zusammengearbeitet. Der im Herbst scheidende Bürgermeister habe einiges erreicht, vieles davon werde noch lange weiter wirken. Dazu gehöre auch der schnelle und effektive Einsatz, als der Orthopädie-Praxis in der Hauptstraße die Übernahme durch das Briloner Krankenhaus drohte. Inzwischen sei die Praxis als MVZ fester Bestandteil des Marsberger Krankenhauses. Dass man mit Optimismus in die Zukunft sieht, das bestätigten auch der geistliche Impuls der Seelsorgerin Gabriele Kniesburges und die Grußworte des Ärztlichen Direktors Dr. Ralf Beyer. Beide verpackten in Geschichten, dass man den Blick nach vorn richten solle und auch werde. In den letzten Jahren scheint sich dies jedenfalls bewährt zu haben.