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Aktuelles aus Marsberg

Besondere Ehrung für jahrzehntelanges Engagement

Giershagen (ma). Ohne ihn würde es die Pferdeprozession in Giershagen nicht mehr geben: Heiner Götte ließ diese besondere Tradition 1996 nach 29-jähriger Pause wieder aufleben.

Neuesten Theorien nach soll sie ihren Ursprung in einer traditionellen Wallfahrt zur Kluskirche haben, zu der Pilger aus der ganzen Region, zum Teil mit ihren Pferden, in Giershagen zusammenkamen. Diese Wallfahrt wurde schon im 15. Jahrhundert durchgeführt und war mit einem päpstlichen Ablass verbunden. Die mündliche Überlieferung des Dorfes ist allerdings eine andere. Danach ist die Pferdeprozession die Erfüllung eines Gelübdes, das die Giershagener Bauern vor nunmehr 300 Jahren geleistet haben. Der Anlass für das Gelübde war eine Seuche, die unter den Pferden der Region im Jahre 1709 grassierte und einen Teil der kostbaren Arbeitstiere dahinraffte. Egal, welche der Theorien stimmt, die Prozession ist jedes Jahr am zweiten Sonntag nach Ostern ein beeindruckendes Bild und es ist Heiner Götte zu verdanken, dass sie lebt. Er hält den Kontakt zu den Teilnehmern und organisiert sie. Das nahmen Propst Meinolf Kemper und Pastor Dieter Moors zum Anlass, beim Erzbistum Paderborn anzuregen, ihm eine besondere Ehrung zuteilwerden zu lassen. Und so wurde Heinrich Josef Götte, wie er mit vollem Namen heißt, im Rahmen einer Eucharistiefeier in der vergangenen Woche das Ehrenkreuz „Pro Ecclesia et Pontifice“, übersetzt „für Kirche und Papst“, verliehen. Dieses Ehrenkreuz ist ein päpstliches Ehrenzeichen für besondere Verdienste um die Anliegen der Kirche und des Papstes. Erst einmal, 1989 an Elisabeth Großeschmidt, wurde es in Giershagen bisher verliehen. Gestiftet hat es Papst Leo VIII im Jahr 1888. Das Ehrenzeichen besteht aus einem stilisierten Kreuz, dem Wappen des Heiligen Stuhls und der Inschrift “Pro Ecclesia et Pontifice”. In der Mitte des Kreuzes sind die Apostel Petrus und Paulus dargestellt. Gehalten wird es von einem breiten Ordensband in den Kirchenfarben Gelb und Weiß. Dazu bekam Heiner Götte eine Urkunde. Die Pferdeprozession ist das herausragende Verdienst des Geehrten, der in der Dorfgemeinschaft tief verwurzelt ist. In seinem vom Glauben geprägten Leben hat der 70-jährige Geehrte aber noch viel mehr für seine Gemeinde in Giershagen geleistet. Von 1989 bis 2005 war er Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. Als solcher war er unter anderem für die Pfarrfeste verantwortlich. Er leitet Führungen zur Kluskirche, vertritt das Küsterehepaar, betreut die Marienkapelle und war 28 Jahre im Vorstand der Kolpingsfamilie, zuletzt als 2. Vorsitzender. Viele Jahrzehnte lang hat er auch Wallfahrten organisiert, an die sich die Teilnehmer und auch er selbst gerne erinnern. Nicht nur der Geehrte selbst, sondern auch Propst Kemper und Pastor Moors betonten, dass bei all den Tätigkeiten seine Ehefrau Margret Götte nicht vergessen werden dürfte. Sie habe ihm einerseits den Rücken frei gehalten, sich andererseits aber auch aktiv eingebracht, beispielsweise bei der Suche nach neuen Wallfahrtsorten. Zur Feier waren dann auch viele der Wallfahrer gekommen. Aber auch Freunde von der Pferdeprozession, Abordnungen der kirchlichen Vereine und viele weitere Giershagener sowie natürlich seine Familie begingen mit Heiner Götte gemeinsam das große Ereignis. Nach der Eucharistiefeier in der Kirche empfing er alle im Pfarrheim, wo noch lange weiter gefeiert wurde.