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Aktuelles aus Marsberg

Seltener Schwarzstorch im Hardehauser Wald ausgewildert

Hardehausen (bre). „Schön, dass unser Wald als neues Zuhause für dieses besondere Tier ausgewählt wurde“, freut sich Oliver Sielhorst, Leiter des Forstbetriebsbezirks Hardehausen.

Der imposante Waldbewohner durfte in dem großen, mit Bächen und Teichen durchzogenen Waldgebiet zwischen Blankenrode und Hardehausen eine neue Heimat finden. Am Donnerstag vergangener Woche konnte ein Schwarzstorch nach fünfwöchiger Pflege in die Freiheit im Hardehausener Wald entlassen werden. Der scheue Vogel wurde zuvor in der Greifvogelauffangstation Essenthoer Mühle gesund gepflegt, nachdem er im Raum Olpe mit verletztem Flügel aufgefunden worden war. Für die Auswilderung wurde der Storch in einer Transportkiste auf eine Lichtung im Wald gebracht. Wilfried Limpinsel von der Greifvogelauffangstation legte dem Tier, zusammen mit einigen Jugendlichen vom Jugendwaldheim Ringelstein, einen Markierungsring zur Wiedererkennung an. Entgegen der Erwartungen flog der Storch nicht sofort davon. Das imposante Tier mit einer Körperlänge von etwa 95 Zentimetern und einer Flügelspannweite von beinahe zwei Metern stolzierte vor versammelter Mannschaft eine Runde über die Wiese, bevor er nach einigen Minuten zwischen den Bäumen verschwand. Schwarzstörche leben im Gegensatz zu ihren bekannteren weißen Verwandten bevorzugt in dichten Wäldern mit Fließgewässern, Teichen und Tümpeln. Der Hardehausener Wald weist alle diese Merkmale auf. „Spaziergänger werden den Storch wohl nicht zu Gesicht bekommen“, erklärte Wilfried Limpinsel. „Schwarzstörche sind sehr menschenscheu und fliegen bei Störungen sofort weg. Außerdem sind sie wegen ihres dunklen Gefieders zwischen den Bäumen kaum zu erkennen.“ Vermutlich wird der Storch, der heimliche Waldbewohner und scheue Kulturflüchter, nicht lange im Wald bleiben, da für Störche bald die Reise nach Afrika zur Überwinterung ansteht. „Der Storch soll sich hier noch einmal Kraft für den langen Flug anfressen“, erläuterte Förster Oliver Sielhorst. Ab Mitte März treffen die ersten mitteleuropäischen Störche wieder im Brutgebiet ein. Schwarzstörche sind neben den Weißstörchen die einzige brütende Art aus der Familie der Störche in Europa. Seit etwa 25 Jahren nimmt der Schwarzstorchbestand im Westen Mitteleuropas leicht zu. In Deutschland sollen rund 500 Paare brüten. 1970 waren es noch unter 50 Paare.