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Aktuelles aus Marsberg

ABC-Einsatz für die Marsberger Feuerwehren

Erlinghausen. Ein ausgetretenes Herbizid auf einer Länge von über 200 Metern Straße, verteilt auf die gesamte Fahrbahn: Mit dieser Lage sahen sich gestern die Einsatzkräfte der Feuerwehr im Marsberger Ortsteil Erlinghausen konfrontiert.

Aufgrund einer defekten Schlauchleitung verlor der Fahrer eines Traktors bei der Fahrt etwa 150 Liter des flüssigen Gefahrstoffs. Da den Einsatzkräften der Feuerwehr glücklicherweise das Sicherheitsdatenblatt des ausgetretenen Stoffs schon in der Frühphase des Einsatzes vorlag, konnten rechtzeitig die passenden Maßnahmen eingeleitet werden. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand, auch für die Bevölkerung bestand während des Einsatzes zu keiner Zeit Gefahr. Gegen 12.20 Uhr wurden die Einsatzkräfte aus Erlinghausen und Marsberg zu dem genannten ABC-Einsatz alarmiert. Die 200 Meter lange Spur der ausgetretenen Flüssigkeit war auf der Hauptstraße des Dorfes deutlich sicht- und riechbar. Bei dem Stoff handelte es sich um ein gängiges Getreideherbizid, das zur Herbstzeit aufgebracht wird. Als Erstmaßnahme wurde die Ortsdurchfahrt von Erlinghausen gesperrt, ebenso an die Hauptstraße angrenzende Seitenstraßen. Der Marsberger Bauhof unterstützte später diese Maßnahmen durch Aufstellen von Sperrbaken. Eintreffende Schulbusse wurden vor der Einsatzstelle angehalten und an der Einsatzstelle vorbei geleitet. Ortskundige Schüler wurden aufgefordert, den Weg nach Hause über Seitenstraßen zu nehmen. Da der Fahrer des Traktors Auskunft über den ausgetretenen Stoff geben konnte, konnten frühzeitig über die Leitstelle des HSK das Sicherheitsdatenblatt und weitere Stoffinformationen beschafft werden. Bei dem Stoff handelte es sich um ein Herbizid in hochverdünnter Form, das im Schadensfall aber den Einsatz von besonderer Schutzkleidung erforderlich macht. Ebenso ist ein Eindringen in Kanalisation und Grundwasser zu vermeiden. Da die Flüssigkeit aber mit gewöhnlichen Bindemitteln aufgenommen werden konnte, machten sich die Einsatzkräfte schnell an die Arbeit, die Spur abzustreuen. Dazu mussten sie in leichten Chemikalien-Schutzanzügen und mit Atemfiltern vorgehen. Zehn Einsatzkräfte brachten auf diese Weise über 30 Säcke Bindemittel auf. Dankenswerterweise wurden sie bei dieser kraftraubenden Arbeit von einem Anwohner unterstützt, der spontan Mineralwasser zur Verfügung stellte. Mitarbeiter des Wasserwerks schieberten vorsorglich die Kanalisation ab, um eine Zurückhaltung eventuell verunreinigten Abwassers sicherzustellen. In Absprache mit Vertretern des Marsberger Wasserwerks, der unteren Wasserbehörde, dem Ordnungsamt Marsberg wurde anschließend über das weitere Vorgehen beraten. Auch ein TUIS-Fachberater stand telefonisch zur Verfügung. Da der ausgetretene Stoff eine Nassreinigung der betroffenen Fahrbahn notwendig machte, wurde entschieden, dies durch eine Spezialfirma durchführen zu lassen. Dazu wurde ein entsprechendes Reinigungsfahrzeug aus Hagen angefordert. Mit diesem konnte die Fahrbahn gereinigt, das aufgebrachte Bindemittel aufgenommen und entsorgt werden. Auch verwendete Schutzanzüge und Atemfilter mussten der Entsorgung zugeführt werden. Etwa 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren unter der Leitung von Frank Steker bis in den frühen Abend im Einsatz. Auch eine RTW-Besatzung des DRK Brilon war für den Eigenschutz vor Ort, ebenso zeitweise der Regelrettungsdienst, Polizei, Ordnungsamt, Bauhof, Wasserwerk und untere Wasserbehörde. Bis zum Abschluss der Reinigungsarbeiten blieb die Ortsdurchfahrt Erlinghausen für den Verkehr gesperrt. Dank der guten Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen verlief der sehr material- und koordinationsintensive Einsatz reibungslos. Für die Feuerwehrleute aus Marsberg war es bereits der dritte größere Einsatz binnen zwei Tagen.