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Feuerwehren können künftig Drohne nutzen

23. 11. 2021

Marsberg. Feuerwehr im Einsatz – längst geht es nicht mehr um bloße Muskelkraft. Längst hat modernes technisches Equipment Einzug in die roten Fahrzeuge gehalten. Die Feuerwehr der Stadt Marsberg kann nun ein ganz besonderes Gerät zu seiner digitalen Ausrüstung zählen: Dank großzügiger Spenden konnte Ende Oktober eine Drohne samt Zubehör in Dienst gestellt werden. Nachdem bereits einige Einsatzkräfte mehrere Übungsdienste mit dem neuen Gerät absolviert haben, steht sie jetzt einsatzbereit für alle Einheiten der Feuerwehr Marsberg zur Verfügung – und bei Bedarf auch darüber hinaus.
Dass Bedarf einer Drohne besteht – diese Notwendigkeit haben alle Einheiten der Feuerwehr Marsberg aufgrund der jüngsten Vergangenheit gesehen: Nach den Erfahrungen aus den Jahren 2020 und 2021 mit drei großen Waldbränden und den spürbaren klimatischen Veränderungen mit längeren Dürreperioden hält es die Feuerwehr für unumgänglich, dass diese bei solch komplexen Einsatzlagen durch ein Fluggerät aus der Luft unterstützt wird. 
Auch der Waldbrandeinsatz im Mai bestätigte dieses Vorhaben, da der Einsatzort vom Boden aus schwer zu lokalisieren war und dadurch wertvolle Zeit verstrich. Erst der Einsatz einer Drohne, in diesem Falle von der Feuerwehr Warburg angefordert, konnte viele Erkenntnisse liefern, um das Ausmaß und die Ausbreitung dieses Brandes einschätzen zu können.
Bereits im Frühjahr 2021 bildete die Feuerwehr Marsberg die „Fachgruppe Drohne“ und erarbeitete ein Konzept für die Beschaffung einer geeigneten Drohne, ihrer Einsatzmöglichkeiten und für die Ausbildung von Einsatzkräften zum Führen eines solchen Geräts. Seitdem fanden sich 15 Kameraden zusammen, die die Lizenz zum Führen eines solchen Fluggerätes mit Ablegen einer Prüfung erlangten.
Leider fehlten die finanziellen Mittel, um dieses Konzept vollständig umzusetzen: Die Kosten für die Beschaffung einer Drohne mit einer hochleistungsfähigen Wärmebildkamera und Zubehör liegt immerhin im vierstelligen Bereich.
Schließlich entschied man sich, die Beschaffung durch Spenden zu organisieren: Durch den Leiter der Drohnengruppe, Brandoberinspektor Jens Garbes, konnten die erforderlichen finanziellen Mittel für die Drohne inkl. Zubehör und Ausrüstung aufgebracht werden. Zahlreiche Unternehmer, Firmen und Institutionen zeigten sich von dem Konzept für den Einsatz einer Drohne im Feuerwehrdienst überzeugt und unterstützten das Vorhaben großzügig.
So konnte eine Drohne beschafft werden, die neben einer Digitalkamera auch über eine Wärmebild- und Infrarotkamera verfügt. Ebenso kann an diese Drohne ein LED-Strahler oder ein Mikrofon für Durchsagen installiert werden.
Auch notwendiges Zubehör darf nicht fehlen, etwa stabile Koffer zum Lagern und Transportieren der Drohne sowie Plane und Leitkegel zum Einrichten und Sichern eines Landeplatzes. 
Die Vorteile des Einsatzes einer solchen Drohne sind zahlreich: So ist eine Drohne schneller einsatzbereit als ein Hubschrauber, die Überwachung und Erkundung einer ausgedehnten Einsatzstelle aus der Luft ist schnell möglich: Nicht nur bei ausgedehnten Waldbränden, auch bei Großbränden zum Beispiel in Industriebetrieben. Es lässt sich sehr schnell die Größe des Einsatzgebietes erfassen und eine Gefahr der Ausbreitung einschätzen. Glutnester, schwer erkennbare Glutnester oder Brandstellen lassen sich besser aufspüren, der Brandverlauf kann ständig überwacht werden, so dass zeitnah weitere Maßnahmen eingeleitet werden können. 
Doch nicht nur bei Brandeinsätzen ist die Drohne einsetzbar: Bei Gefahrguteinsätzen kann die Erkundung aus der Luft mit weitem Abstand erfolgen. Personensuchen können mit Hilfe der Wärmebildkamera unterstützt werden, mit der Wärmebildkamera lassen sich Tiere und Menschen schnell aufspüren und erkennen. Unfallstellen mit erhöhtem Gefahrenpotential, etwa auf Autobahnen, lassen sich ebenfalls gut aus der Luft erkunden und überwachen.
Erstmalig eingesetzt wurde die Drohne während der beiden Waldbrandübungen in Obermarsberg und Essentho Anfang November. Hier zeigte sich bereits, dass die Drohne bei solchen Einsätzen ein effektives Hilfsmittel sein kann, um großflächige und schwer zugängliche Brandstellen zielführend zu erkunden,
Eingesetzt wird die Drohne im gesamten Marsberger Stadtgebiet, bei Anforderung auch darüber hinaus. Durch ihre zahlreichen Einsatzmöglichkeiten stellt diese Investition eine deutliche Verbesserung des Brandschutzes und der Hilfeleistung dar: Damit kommt sie nicht allein der Feuerwehr zugute, sondern allen Bürgerinnen und Bürgern, schließlich kann jeder einmal in die Situation gelangen, die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr zu benötigen.

Für die Finanzierung der Drohne konnten mehr als 40 Firmen als Spendengeber gewonnen werden, namentlich: 
Völkers Metallbearbeitung GmbH & Co. KG
Novotex-Isomat Schutzbekleidung GmbH
Siebers Maschinenbau u. Energietechnik GmbH & Co. KG
Große-Vehne Transporte u. Speditions-GmbH
Fliesenleger Otto GmbH
Provinzial Buxort + Fronda OHG
Baugeschäft Wolfgang Thiem
Geise Elektrotechnik GmbH
Kunststofftechnik Kuhn GmbH
Mühlenbein Beschriftungen
Holz-Tusche GmbH & Co. KG
Provinzial-Versicherung Julien & Ottmar Kronenberg OHG
Fliesenleger Michael Luckey
Pizzeria Mamma Mia Westheim
Allianz-Versicherung Nitesh Rathore
Spedition Siegfried Schwarz GmbH
Ritzenhoff AG
LVM Verena Stratmann-Dicke
Jakob Eschbach GmbH
Centroplast Engineering Plastics GmbH
Lions-Club Marsberg
Försterei Graf von Plettenberg
Architekturbüro Klaus Ising
Provinzial-Versicherung Rüdiger Diesel
Restaurant Silvia Zeitler
Giller Nutzfahrzeugtechnik GmbH & Co. KG
Mars-Solar GmbH
Fahrschule Meinolf Ramspott
Fahrschule Wilhelm Sieke
Fleischerei Frank Rasche
Schreinerei Antonius Salmen
Försterei Matthias Graf von Westphalen
Signal Iduna Versicherung Reiner Pohle
Christian Köhler Metallbau
M+R Schmitz Bau GmbH
Identica Karosserie und Lackiercenter  Andreas Kneider
Forstverwaltung von Twickel
Watex Schutzbekleidung GmbH
Raumausstattung Beller
DM Design Daniela Mänz
Westfäl. Muschelkalk-Steinbruch Joh. Blome GmbH & Co. KG
Lachenit Sanitär- u. Heizungsbau GmbH
Wepa Hygieneprodukte GmbH
Stadtforst Marsberg
Röleke Sägewerk und Baustoffe GmbH & Co. KG
WP Versicherung Schiefer
Volksbank im Hochsauerland eG, Hauptstelle Marsberg

 

Bild zur Meldung: Wehrleiter Josef Straub (rechts), stellvertretender Wehrleiter Michael Hüwel (links) gemeinsam mit dem Leiter der Drohnengruppe Jens Garbes (2.von links) und einigen Mitgliedern der Drohnengruppe

 
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